Kündigung per Einschreiben

Eine Kündigung wirkt erst, wenn sie beim Empfänger ankommt. Mit einem Einschreiben können Sie den Zugang belegen. Hier erfahren Sie, welche Variante sich wann lohnt und worauf Sie achten sollten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Kündigung wird mit dem Zugang beim Empfänger wirksam (§ 130 BGB). Wer kündigt, muss den Zugang im Streitfall beweisen.
  • Für Kündigungen ist das Einschreiben Einwurf meist die beste Wahl: Der Brief landet im Briefkasten, der Einwurf wird dokumentiert.
  • Beim Einschreiben mit Übergabe besteht das Risiko, dass der Empfänger nicht angetroffen wird und die Sendung nicht abholt.
  • Kein Einschreiben beweist den Inhalt des Briefes. Bewahren Sie immer eine Kopie auf.
  • Bei Kuendo kostet der Standardbrief ab 1,45 €, das Einschreiben Einwurf 2,50 € und das Einschreiben Standard 3,50 € Aufpreis.

Warum Kündigen per Einschreiben?

Eine Kündigung ist eine empfangsbedürftige Willenserklärung. Sie entfaltet ihre Wirkung erst, wenn sie in den Machtbereich des Empfängers gelangt und dieser unter normalen Umständen davon Kenntnis nehmen kann. Bestreitet der Anbieter, Ihre Kündigung erhalten zu haben, müssen Sie den Zugang nachweisen. Ein einfacher Brief bietet dafür keinen Beleg. Ein Einschreiben dagegen erzeugt eine Sendungsnummer und eine Dokumentation der Zustellung.

Ein Einschreiben ist für die meisten Kündigungen gesetzlich nicht vorgeschrieben. Es ist aber sinnvoll, wenn eine Frist knapp ist, viel Geld auf dem Spiel steht oder ein Anbieter in der Vergangenheit Kündigungen nicht bestätigt hat.

Die Varianten im Vergleich

VarianteSo funktioniert esVorteileNachteile
Einschreiben EinwurfDer Zusteller wirft den Brief in den Briefkasten oder das Postfach und dokumentiert den Einwurf mit Datum.Zustellung auch bei Abwesenheit, Annahmeverweigerung praktisch ausgeschlossen, Status online abrufbar, günstigerKeine Unterschrift des Empfängers
Einschreiben Standard (Übergabe)Übergabe nur gegen Unterschrift des Empfängers oder eines Empfangsberechtigten.Unterschrift als Beleg der ÜbergabeWird niemand angetroffen, muss die Sendung abgeholt werden. Wird sie nicht abgeholt, geht sie zurück.
Einschreiben mit RückscheinWie Übergabe-Einschreiben, zusätzlich erhält der Absender den unterschriebenen Rückschein im Original.Unterschriebener Beleg in PapierformTeurer, gleiche Risiken bei Nichtabholung wie beim Übergabe-Einschreiben

Einschreiben Einwurf

Beim Einwurf-Einschreiben gilt die Kündigung in der Regel an dem Tag als zugegangen, an dem der Brief in den Briefkasten eingeworfen wurde und mit einer Leerung zu rechnen ist. Bei Unternehmen ist das üblicherweise der Werktag während der Geschäftszeiten. Weil der Empfänger keine Annahme verweigern und keine Abholung verzögern kann, eignet sich diese Variante besonders für Fristsachen. Den Einlieferungsbeleg zusammen mit dem Zustellnachweis werten Gerichte häufig als gewichtiges Indiz für den Zugang. Eine absolute Garantie gibt es allerdings nicht.

Einschreiben Standard mit Übergabe

Hier wird der Brief nur persönlich gegen Unterschrift ausgehändigt. Das ist ein starker Beleg, wenn die Übergabe klappt. Trifft der Zusteller niemanden an, wird lediglich eine Benachrichtigung hinterlassen. Diese Benachrichtigung bewirkt nach überwiegender Auffassung noch keinen Zugang. Holt der Empfänger den Brief verspätet oder gar nicht ab, kann die Frist verstreichen. Bei Unternehmen mit Poststelle ist das Risiko gering, bei Privatpersonen deutlich höher.

Einschreiben mit Rückschein

Der Rückschein ergänzt das Übergabe-Einschreiben um eine Papierquittung mit der Unterschrift des Empfängers. Am Grundproblem der möglichen Nichtabholung ändert er nichts. Für Kündigungen ist der Mehrwert gegenüber dem Einwurf-Einschreiben deshalb meist gering.

Welches Einschreiben lohnt sich wann?

  • Knappe Frist, Empfänger ist ein Unternehmen: Einschreiben Einwurf.
  • Kündigung gegenüber einer Privatperson, etwa einem privaten Vermieter: Einschreiben Einwurf oder persönliche Übergabe mit Zeugen beziehungsweise gegen Empfangsbestätigung.
  • Sie möchten eine Unterschrift als Beleg und haben zeitlichen Puffer: Einschreiben mit Übergabe oder Rückschein.
  • Unkritische Kündigung mit ausreichend Zeit: Standardbrief, ergänzt durch Kündigungsbestätigung des Anbieters, oder Kündigung über den Kündigungsbutton.

Einschreiben direkt über Kuendo versenden

Bei Kuendo erstellen Sie Ihre Kündigung online und lassen sie ausdrucken, kuvertieren und per Post zustellen. Sie wählen die Versandart selbst:

VersandartPreis
Standardbriefab 1,45 €
Einschreiben Einwurf+ 2,50 €
Einschreiben Standard (Übergabe)+ 3,50 €

Miet- und Arbeitsverträge: Diese Kündigungen müssen eigenhändig unterschrieben sein (§ 568 und § 623 BGB). Kuendo bietet hierfür bewusst keinen Online-Versand an. Laden Sie die Vorlage herunter, drucken und unterschreiben Sie sie und geben Sie sie selbst als Einschreiben bei der Post auf. Siehe Mietvertrag kündigen und Arbeitsvertrag kündigen.

Kündigung als Einschreiben verschicken

Online erstellen, Versandart wählen, fertig. Einwurf-Einschreiben für 2,50 € Aufpreis.

Kündigung erstellen

Sendungsnummer und Belege aufbewahren

Der beste Versand nützt wenig, wenn die Nachweise fehlen. Sichern Sie deshalb:

  • eine vollständige Kopie oder das PDF der Kündigung,
  • den Einlieferungsbeleg beziehungsweise die Versandbestätigung mit Sendungsnummer,
  • einen Screenshot oder Ausdruck des Zustellstatus aus der Sendungsverfolgung,
  • bei Rückschein das unterschriebene Original,
  • die spätere Kündigungsbestätigung des Anbieters.

Die Sendungsverfolgung ist nur begrenzte Zeit online abrufbar. Speichern Sie den Status daher zeitnah. Bleibt eine Bestätigung aus, hilft Ihnen der Ratgeber Keine Kündigungsbestätigung erhalten? weiter.

Alternativen zum Einschreiben

Wo die Textform genügt, können Sie auch per E-Mail, über ein Kundenportal oder per Kündigungsbutton kündigen. Achten Sie dann auf eine Eingangsbestätigung. Bei Kündigungen gegenüber einem Vermieter oder Arbeitgeber ist auch die persönliche Übergabe gegen schriftliche Empfangsbestätigung möglich. Wie eine vollständige Kündigung aussieht, erklärt der Ratgeber Kündigung schreiben. Die passenden Fristen finden Sie unter Kündigungsfristen im Überblick.

Häufige Fragen

Welches Einschreiben ist für eine Kündigung am besten?
In den meisten Fällen das Einschreiben Einwurf. Der Brief wird in den Briefkasten eingeworfen und der Einwurf vom Zusteller dokumentiert. Es kommt auch an, wenn niemand zu Hause ist oder der Empfänger die Annahme verweigern möchte.
Beweist ein Einschreiben den Inhalt des Briefes?
Nein. Ein Einschreiben belegt nur, dass eine Sendung eingeliefert und zugestellt wurde, nicht welchen Inhalt sie hatte. Bewahren Sie deshalb eine Kopie der Kündigung auf. Bei wichtigen Kündigungen kann zusätzlich ein Zeuge hilfreich sein, der das Schreiben vor dem Verschließen sieht.
Was passiert, wenn der Empfänger ein Übergabe-Einschreiben nicht abholt?
Trifft der Zusteller niemanden an, hinterlässt er eine Benachrichtigung. Wird die Sendung nicht innerhalb der Lagerfrist abgeholt, geht sie zurück. Der Benachrichtigungszettel allein bewirkt in der Regel noch keinen Zugang. Deshalb ist das Übergabe-Einschreiben für Fristsachen riskanter.
Muss ich eine Kündigung per Einschreiben verschicken?
Gesetzlich ist das in der Regel nicht vorgeschrieben. Bei Verbraucherverträgen darf eine AGB-Klausel nach § 309 Nr. 13 BGB grundsätzlich keine strengere Form als die Textform verlangen. Das Einschreiben dient vor allem dem Nachweis des Zugangs.
Was kostet ein Einschreiben über Kuendo?
Der Versand als Standardbrief kostet ab 1,45 €. Für ein Einschreiben Einwurf kommen 2,50 € hinzu, für ein Einschreiben Standard (Übergabe) 3,50 €.
Wie lange sollte ich die Belege aufbewahren?
Mindestens so lange, bis die Kündigung bestätigt wurde und keine weiteren Abbuchungen mehr erfolgen. Bei Miet-, Arbeits- oder Versicherungsverträgen empfiehlt es sich, Belege einige Jahre aufzubewahren.

Stand: Oktober 2026. Alle Texte sind unverbindliche Vorschläge ohne Gewähr. Bitte prüfen Sie Inhalt, Vollständigkeit und Empfängeranschrift selbst. Eine erfolgreiche Kündigung können wir nicht garantieren.